Portraitfoto von Britta Alfes

5 Fragen an… Britta Alfes von der Peters Gruppe

Britta Alfes gibt uns Einblicke, was sie motiviert hat, die Nachfolge im Familienunternehmen anzutreten, welche Herausforderungen sie dabei gemeistert hat und wie sie sich auf ihre künftige Rolle als Geschäftsführerin vorbereitet. Sie erzählt uns, welche Bedeutung der Austausch mit anderen Nachfolgern hat und wie sie Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung in die Unternehmensstrategie intergriert.

1. Was hat dich motiviert, die Unternehmensnachfolge im Familienunternehmen anzutreten?

Das kennen bestimmt viele Nachfolger*innen: die intensiven Gespräche der ersten und zweiten Generation am Mittagstisch. Ich habe mich dabei schon früh mit dem Unternehmen verbunden gefühlt, habe Spaß daran Dinge zu bewegen und mir wurde bewusst, dass ich unbedingt Teil des Teams werden möchte. Heute verspüre ich die Verantwortung das Unternehmen gemeinsam mit meinem Mann erfolgreich (evtl. ja sogar in die vierte Generation) weiterzuführen – nicht als Verpflichtung, sondern als große Chance.

2. Welche Herausforderungen hast du im Nachfolgeprozess erlebt – und wie hast du sie als Nachfolgerin im Familienunternehmen gelöst?

Innerhalb der Familie war bereits vor meinem Studium klar, dass ich ins Unternehmen einsteigen möchte. In dem späteren Prozess und den Überlegungen, wie der Einstieg ins Unternehmen gelingt und wie sich der Weg hin zur Mitverantwortung fortsetzt, wurde mir bewusst, dass ich meine Wünsche und Ziele für mich klar fassen und entsprechend kommunizieren muss, um den Generationenübergang gemeinsam planen zu können.

3. Wie hast du dich als künftige Geschäftsführerin im Familienunternehmen auf deine neue Rolle vorbereitet?

Nach meinem Studium bin ich bei einem Chemieunternehmen in Düsseldorf in das Berufsleben gestartet, um einen Konzern mit dessen professionellen Strukturen, Prozessen und Herausforderungen kennenzulernen. Bei Peters habe ich vor acht Jahren als Stabstelle der Geschäftsleitung angefangen und konnte dabei in alle Bereiche hineinschauen. Diese Eindrücke und die ersten eigenen Projekte helfen mir auch heute noch operative Fragestellungen des Teams schnell nachvollziehen zu können. Während unserer einjährigen Auslandsstation bei unseren Mitarbeitenden der Peters China in Shanghai konnten mein Mann und ich den Aufbau der Auslandsgesellschaften vorantreiben und wichtige Erfahrungen sammeln. Für die zukünftige Unternehmensführung strebe ich eine gemeinsame Führung mit meinem Mann an. Mit der Entscheidung für dieses Konzept haben wir vor zwei Jahren die gemeinsame Verantwortung für einen Unternehmensbereich am Hauptstandort übernommen. In dieser Zeit haben wir neue Ansätze und Ideen in der Führung und Zusammenarbeit eingebracht und auch die Arbeitsweisen miteinander verändert. Die gesammelten Erfahrungen prägen nun unsere Tätigkeit als Geschäftsführer für die Unternehmensgruppe.

4. Warum ist der Austausch mit anderen Nachfolgerinnen und Nachfolgern aus Familienunternehmen (NextGens) für dich wichtig?

Für mich war und ist der Austausch mit anderen NextGens sehr wichtig. Die Unternehmen verfolgen unterschiedliche Ziele und Strategien, aber viele Herausforderungen im Nachfolgeprozess sind doch ähnlich. Der Austausch kann inspirieren und Alternativen aufzeigen. Inzwischen sind viele von uns in der Unternehmensführung angekommen und es ergeben sich wieder neue Themen für einen wertvollen Austausch.

5. Welche Bedeutung haben Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung in der zukünftigen Strategie eures Familienunternehmens?

Als familiengeführtes Unternehmen denken wir langfristig und sehen soziale Verantwortung als Teil unseres Handelns. Wir möchten unseren Beitrag dazu leisten die Welt für die nächste(n) Generation(en) ein Stück besser zu machen. Darüber hinaus rückt Nachhaltigkeit als Entscheidungskriterium für langfristige Geschäftsbeziehungen immer mehr in den Fokus. Daher möchten wir unsere Unternehmensgruppe noch gezielter auf diese Themen ausrichten, Meilensteine definieren und uns selbst auch daran messen.


Liebe Britta, vielen Dank für deine Offenheit und danke, dass wir an deinen Gedanken teilhaben dürfen.

Zum Austausch mit anderen Nachfolgerinnen und Nachfolgern, können wir euch unser NextGen Retreat auf Mallorca sehr ans Herz legen. Eine exklusive Netzwerkplattform für Nachfolger aus Familienunternehmen, die kurz vor der Übernahme oder bereits in der Führungs- oder Beiratsverantwortung stehen. In vertraulicher Atmosphäre bietet das Format Raum für persönlichen Austausch, neue Impulse und strategische Fragen rund um Inhaberschaft, Familienrollen und zukunftsfähige Unternehmensführung.


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