Foto von Lea Matschke

5 Fragen an… Lea Matschke von ALHO

Lea Matschke erzählt uns transparent die Beweggründe für ihren Einstieg sowie die Entscheidung, das Familienunternehmen wieder zu verlassen. Sie reflektiert über die persönlichen und beruflichen Einflussfaktoren, die ihren Weg beeinflusst haben. Pendelzeiten und der Wunsch nach externen Erfahrungen führten schließlich zum Ausstieg. Mittlerweile hat sich Lea dazu entschieden, wieder ins familieneigene Unternehmen einzusteigen. Die Zeit außerhalb des Unternehmens war für sie die richtige Entscheidung.


1.⁠ ⁠Du bist ins Familienunternehmen eingetreten und hast dich später für eine Auszeit entschieden. Was waren deine Beweggründe für den Einstieg – und was hat dich dazu bewogen, wieder auszusteigen?
Einstieg:
Ich bin mit dem Unternehmen aufgewachsen und habe schon während meiner Schulferien bei ALHO gejobbt. Nach dem Studium wollte ich aber erst mal etwas Eigenes machen und habe selbst gegründet. Erst danach wurde der Weg ins Familienunternehmen für mich wieder spannend. Mir ging es vor allem darum, das Produkt, die Kunden und die Menschen im Unternehmen besser kennenzulernen und herauszufinden, ob ich mir einen langfristigen Weg dort vorstellen kann. Der Einstieg bot mir die Chance, in kurzer Zeit viele unterschiedliche Bereiche und Rollen kennenzulernen – eine Möglichkeit, die man bei einem klassischen Berufsweg selten hat.
Ausstieg:
So spannend und bereichernd die Zeit im Familienunternehmen war, so sehr war es mir auch ein Anliegen, weitere externe Erfahrungen zu sammeln – in anderen Unternehmen, mit anderen Kulturen, anderen Strukturen. Nur so, glaube ich, kann man wirklich beurteilen, was man mitbringt und was einem wichtig ist.
Ein weiterer Grund war ganz pragmatisch: der Standort. Ich wohne in Köln, unser Unternehmen liegt auf dem Land – zwei Stunden Pendelzeit täglich waren auf Dauer einfach nicht nachhaltig für mich, auch wenn Homeoffice möglich war. Zu dem Zeitpunkt konnte ich mir noch nicht vorstellen, wieder aufs Land zu ziehen.
Nicht zuletzt war es auch eine persönliche Lernkurve: Die Zusammenarbeit mit der eigenen Familie ist etwas sehr Besonderes – aber auch manchmal herausfordernd, wenn Familie und Unternehmen aufeinandertreffen. Das zu differenzieren musste ich erst lernen, und ein Perspektivwechsel hat mir dabei sehr geholfen.
Die Option, zurückzukehren, ist für mich immer vorstellbar.

2.⁠ ⁠Welche beruflichen und persönlichen Erfahrungen haben deine Entscheidungen beeinflusst?
Beruflich hat mich besonders meine Start-Up Zeit beeinflusst. Sowohl meine Arbeit bei einem Start-Up während des Studiums als auch meine eigene Gründung haben mir gezeigt, wie viel Freude es macht, ein Unternehmen aufzubauen, ein Produkt zu vermarkten und eine eigene Kultur zu entwickeln. Gleichzeitig habe ich gelernt, wie wichtig mir Eigenverantwortung, Sinnhaftigkeit und Entwicklungsmöglichkeiten sind – und dass ich in einer Umgebung arbeiten möchte, in der ich gestalten darf. Das hat meine Sicht auf meine beruflichen Entscheidungen wesentlich geschärft.
Persönlich hat mich vor allem meine Familie geprägt. Mit wie viel Energie und Leidenschaft sie das Unternehmen vorantreiben und weiterentwickeln hat mich schon immer beeindruckt – und in mir den Wunsch geweckt, Verantwortung zu übernehmen. Von Klein auf war ich viel mit im Unternehmen und habe früh mitbekommen, wie Entscheidungen getroffen werden, wie eng Teamarbeit und Familie miteinander verbunden sind und wie herausfordernd, aber auch erfüllend es sein kann, ein Unternehmen mit Herz und Verstand zu führen.

3. Wie gehst du deinen Entscheidungsprozess aktuell an?
Ich reflektiere meine Erfahrungen schriftlich, verbinde Fakten mit Gefühlen und schaue auf meine langfristigen Ziele. Ich gehe offen an die Entscheidung heran und weiß, dass ich meinen Weg so gestalten darf, wie ich möchte.

4. Wie geht ihr mit Konflikten in der Familie um?
Wir sprechen Dinge offen an – auch wenn’s mal kontrovers wird. Wichtig ist, dass wir ein starkes Vertrauen zueinander haben und jeder seine Stärken einbringt. Das macht uns als Familie und als Team aus.

5.⁠ ⁠Wie wichtig ist für dich der Austausch mit anderen NextGens – und warum?
Sehr wichtig! Der Austausch hat mir in verschiedenen Phasen geholfen – beim Einstieg, bei konkreten Fragen und in der Reflexion. Es ist unglaublich wertvoll, sich mit Menschen auszutauschen, die ähnliche Erfahrungen machen.

Liebe Lea, vielen Dank für deine Offenheit und danke, dass wir an deinen Gedanken teilhaben dürfen.

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